»Für einen Primizsegen muß man sich die Schuhsohlen durchlaufen...«, so sagte man früher, um das Besondere des Primizsegens herauszuheben.

Als Primizsegen gilt zunächst der feierliche Segen am Ende des Primizamtes, der ersten Heiligen Messe, die der Neugeweihte feiert (in der Regel in der Heimatgemeinde). Er darf einmal als »päpstlicher Segen« gespendet werden, ist also mit dem vollkommenen Ablaß verbunden.

Als Primizsegen wird auch jeder folgende (bis zur nächsten Weihe in der Diözese) allgemeine oder vor allem der persönliche Segen des Neupriesters bezeichnet, bei dem er dem zu Segnenden die Hände auflegt (oder über ihm ausbreitet).

Es gibt zu diesem Segen keine kirchlichlehramtlichen Aussagen. Was hat dann aber zur Wertschätzung des Primizsegens geführt? Sicherlich die hohe Wertschätzung des Priestertums und der Priesterweihe, aber auch die Erfahrung der Gläubigen, die durch einen solchen Segen offensichtlich häufig Hilfe, Trost und Gnaden empfangen haben. Letzteres deutet darauf hin, daß Gott selbst den Primizsegen besonders beschenken wollte. Außerdem vermittelt gerade der Einzelsegen noch mehr die Gewißheit, daß Gott nicht nur »die Menschen«, sondern ganz speziell mich liebt und mit Seinem Segen beschenkt.

(Pfr. Elmar Stabel)

 

„Der Durchblick“ Nr. 67, Januar 2010


 
 

Zitat des Moments

»Seien wir ehrlich: die Fähigkeit, Berufungen zum Priesteramt und zum Ordensleben zu fördern, ist ein sicheres Zeichen der Stärke einer Ortskirche. [...] Programme, Pläne und Projekte haben ihren Platz, aber das Erkennen einer Berufung ist vor allem Frucht des innigen Dialogs zwischen dem Herrn und seinen Jüngern.«

Papst Benedikt XVI. an die Bischöfe der USA in Washington am 16.4.2008